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Der Mobilfunkstandard 3G ist in Deutschland Geschichte
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Der Mobilfunkstandard 3G ist in Deutschland Geschichte

Am Donnerstag wurden die 300 letzten 3G-Standorte von Telefónica abgeschaltet werden. Damit endet das Kapitel des Mobilfunkstandards in Deutschland, denn Telekom und Vodafone sind schon fertig.

Mobilfunkantennen in Kiel im Jahr 2010: »In die Jahre gekommen«
Mobilfunkantennen in Kiel im Jahr 2010: »In die Jahre gekommen« Foto: Carsten Rehder/ dpa

Was vor gut zwanzig Jahren mit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen zu Rekordpreisen begann, findet nun ein Ende: Der Netzbetreiber Telefónica mit seiner Marke O2 kündigte an, am Donnerstag die letzten 300 seiner 3G-Standorte abzuschalten. Die frei werdenden Frequenzen will das Unternehmen für den schnelleren Nachfolger 4G einsetzen.

Die Konkurrenten Vodafone und Deutsche Telekom hatten dem veralteten 3G-Standard schon im Sommer den Stecker gezogen, damals begann auch Telefónica schrittweise mit der Abschaltung. Die Technologie sei »in die Jahre gekommen, sodass wir sie zum Jahresende ablösen«, erklärte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas.null

Was heute veraltet ist, war vor gut zwei Jahrzehnten innovativ und stark begehrt: Die im Jahr 2000 durchgeführte UMTS-Auktion spülte dem Staat 98,8 Milliarden Mark (umgerechnet rund 50 Milliarden Euro) in die Kassen. Im Rückblick war das zu viel, der Telekommunikationsbranche fehlte dadurch Geld für den Ausbau, und Funklöcher prägten noch lange Deutschlands Mobilfunkkarte. Inzwischen haben die Telekommunikationsfirmen ihre Netze verbessert, beim Ausbau setzen sie derzeit den Fokus auf den ultraschnellen Standard 5G.

Die Folgen der 3G-Abschaltung machen sich bei Verbraucherinnen und Verbrauchern kaum bemerkbar, weil die meisten Smartphones längst 4G-kompatibel sind. Laut Verivox sind seit 2016 alle Marken-Smartphones, die in Deutschland neu herauskamen, 4G/LTE-fähig.

Lediglich bei noch älteren Smartphones gibt es möglicherweise Probleme – mit ihnen kann man fortan aber noch über den 2G-Standard telefonieren oder Internetverbindungen aufbauen, den alle drei Netzbetreiber weiter anbieten. Er ist jedoch extrem langsam, was die Nutzung heutiger Anwendungen wie zum Beispiel TikTok ausbremst: Im Download werden höchstens 256 Kilobit pro Sekunde erreicht.

Veraltete SIM-Karten tauschen die Provider in der Regel kostenlos aus. Auch die meisten Verträge wurden automatisch um den 4G-Empfang erweitert.

Quelle : Spiegel